Wahlflyer: viel Papier – aber eine Wahlhilfe?

5. September 2017 | | Kommentare deaktiviert für Wahlflyer: viel Papier – aber eine Wahlhilfe?

Alle Listen machen mit, nicht weniger als acht Wahlflyer wurden uns Stimmberechtigten mit den Wahlunterlagen zugestellt. Offenbar messen alle Parteien und Gruppierungen diesem Flyer eine gewisse Bedeutung zu, zahlen sie ja nebst Fotos, Graphik und Druck auch noch der Stadt an die Versandkosten.

Aber: Wenn ich die Wahlflyer durchgehe, muss ich die Stirne runzeln. Da erfahre ich nur die Vornamen der Kandidierenden, dort steht keine einzige Zeile zur politischen Stossrichtung oder zu politischen Anliegen. Viel Papier mit zum Teil sehr dürftigen Informationen.

Was bringt das den Stimmberechtigten, die sich über die Listen und die Kandidierenden informieren wollen? In einigen Fällen herzlich wenig bis nichts. Klar, der Wahlflyer ist nicht der einzige Kanal, um Informationen an die Wähler/-innen zu bringen, aber es ist ein wichtiger Weg, da damit alle Stimmberechtigten erreicht werden. Es ist sozusagen eine Visitenkarte.

Aus meiner Sicht soll ein Wahlflyer, wenn er wirklich eine Wahlhilfe sein soll, zwei Ziele erreichen: Erstens soll er die Positionen und Schwerpunkte der Liste/Partei klarmachen und dies mit möglichst direktem Bezug zum Wahlkreis. Allgemeine Floskeln der schweizerischen Mutterpartei bringen nichts. Und zweitens soll er die Kandidierenden kurz vorstellen und ihnen ein Gesicht und ein gewisses Profil geben. Wird beides zusammen erfüllt, lohnt sich der Wahlflyer – für die Liste und für die Stimmberechtigten.

Als Wähler würde ich diese Visitenkarte der Listen kritisch prüfen. Wollen wir die Katze im Sack kaufen? Wäre es nicht im Sinne eines Ernstnehmens und der Wertschätzung der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, ihnen alle relevanten Informationen zukommen zu lassen?

Klar, es ist letztlich der Entscheid jeder Liste, wie sie sich darstellen will, d.h. wie ihre Visitenkarte aussehen soll. Es ist jedoch der Entscheid jeder Stimmbürgerin und jedes Stimmbürgers, welche Visitenkarte dann ihr/sein Vertrauen geniesst. Und ich bin mir sicher, dass eine informative Visitenkarte immer noch am meisten Vertrauen weckt.



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